Der Mega-Deal der letzten Jahre ist vor wenigen Tagen vom blauen Riesen Facebook gemacht worden, als er WhatsApp für 19 Milliarden Dollar gekauft hatte. Seit diesem Tage überschlagen sich die Meldungen im Internet und einige Kettenbriefe in WhatsApp sind wieder im Umlauf.
Ein paar Fragen bleiben jedoch offen, über die spekuliert werden können.

- Wird WhatsApp zukünftig kostenlos oder wird stattdessen mit Werbung finanziert?
Ein Erfolg von Facebook ist es, seinen Dienst kostenlos, aber mit Werbung anzubieten. WhatsApp dagegen ist werbefrei, dafür muss aber eine Jahresgebühr von 89 Cent gezahlt werden. Welchen Weg WhatsApp nun nach der Übernahme gehen wird, nennt das Unternehmen im eigenen Blog: „Folgendes ändert sich für euch, unsere Nutzer: nichts.“ Das soll also auf gut deutsch heißen: Keine Werbung, keine Spiele, aber weiterhin eine Jahresgebühr.

Ich möchte das an dieser Stelle einmal glauben. Doch auf der DLD14 in München hat WhatsApp-Chef Jan Koum gesagt, dass WhatsApp weiterhin unabhängig bleibt. Nur einen Monat später – also jetzt – kam schon die Übernahme durch Facebook.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…

- Wenn sich nichts ändert – warum hat Facebook dann WhatsApp übernommen?
Die unglaubliche Summe von 19 Milliarden US-Dollar wird für Facebook fällig. Auf einen schnellen Gewinn kann Facebook nicht aus sein, dieser hohe Betrag muss erst einmal wieder erwirtschaftet werden. Durch Werbung und/oder eine höhere Jahresgebühr für WhatsApp könnte das beschleunigen – ich hoffe das Facebook nicht noch etwas an den Einstellungen schraubt und großartige Änderungen bringen wird.

- Aber was verspricht sich Facebook dann, wenn nicht Geld?
Nun, eine Nutzergemeinschaft von einer halben Milliarde Menschen bekommt man nicht so schnell zusammen mit Facebook – und an diese ist WhatsApp bald angelangt. Vielleicht ist der größte Wert von WhatsApp für Facebook, dass Google, Apple, Amazon und Co den Messenger nicht mehr kaufen können. Gerade erst vor 6 Monaten soll sich wohl Google an WhatsApp gewandt haben mit dem Wunsch, bei Übernahmegesprächen informiert zu werden. Damals lehnte jedoch WhatsApp ab.

- Was passiert mit meinen Nutzerdaten?
Wenn du bisher Facebook deine Handynummer nicht verraten wolltest – spätestens jetzt ist sie bei Facebook hinterlegt. Aktuell werden die beiden Dienste noch eigenständig laufen, und auch die Entwickler-Teams arbeiten noch getrennt (das WhatsApp-Team bleibt laut Zuckerberg in Mountain View). Doch es liegt natürlich nahe, alle möglichen Informationen eines Nutzers in einigen Monaten oder Jahren zusammenzulegen – zumindest mit Zustimmung des Nutzers.

Zunächst sind deine Nutzerdaten so (un)sicher, wie sie bei WhatsApp und Facebook eben sind. Und sie werden vom Unternehmen so genutzt, wie sie aktuell genutzt werden (also bei Facebook z.B. für Werbung).

- Soll/Muss man nun zu einer alternative wechseln?
Wer bis jetzt mit der Jahresgebühr und dem (un)sicheren Umgang seiner Daten zurecht gekommen ist, kann weiterhin bei WhatsApp bleiben. Wer jedoch kein Freund des blauen Riesen ist und seine Daten nicht in dessen Finger spielen möchte der sollte sich (zwar nicht sofort) aber mittelfristig nach einer alternative umschauen. Und in Sachen Messenger gibt es ja bekanntlich sehr viele gute Alternativen.

(Quelle: diverse Blogs & Foren)